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Erste Hilfe im Drogen-Notfall

Wenn jemand in Ihrem Umkreis in Not gerät, sprechen Sie die Person an, ob ärztliche Hilfe notwendig ist. Wenn ja, rufen Sie sofort die 112 an.
Schildern Sie am Telefon die Symptome und teilen Sie mit, welche Substanzen konsumiert wurden.

Bitten Sie auch andere Menschen um Hilfe und bleiben Sie immer bei der Person in Not. Leisten Sie Erste Hilfe. Haben Sie keine Angst, etwas Falsches zu tun. Nichtstun könnte einem Menschen das Leben kosten.

Alle Mitarbeiter von Rettungsdienst und Klinik unterliegen der medizinischen Schweigepflicht (Paragraf 203 StGB, Paragraf 9 der Berufsordnung für Ärzte).

Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit

Symptome: Keine Reaktion auf deutliche Ansprache und vorsichtiges Rütteln an den Schultern; Muskulatur ist erschlafft.

Maßnahmen:

  • Betroffenen ansprechen und anfassen, um Bewusstsein zu überprüfen,
  • Bei Bewusstlosigkeit laut «Hilfe» rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.
  • Atmung prüfen!
  • Falls normale Atmung vorhanden: Stabile Seitenlage, dann Notruf 112.
  • Betroffenen zudecken.
  • Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen!

«Quelle: http://www.aktion-erste-hilfe.de»

Erste Hilfe bei Atem-/Herzstillstand

Symptome: innerhalb von maximal 10 Sekunden ist keine normale Atmung zu sehen, zu hören und zu fühlen.

  • beengende Kleidung öffnen,
  • sofort 10 Atemspenden,
  • wenn danach keine Herzaktion feststellbar ist Herzdruckmassage (etwa 1 mal pro Sekunde) und Atemspende im Wechsel,

Führen Sie sofort eine Herzdruckmassage durch:

Legen Sie den Betroffenen auf den Rücken und knien Sie sich in Höhe des Brustkorbes seitlich neben den Patienten. Ertasten Sie das untere Drittel des Brustbeins und legen auf diese Stelle beide Handballen übereinander. Spreizen Sie die Finger vom Brustkorb ab und drücken mit gestreckten Armen das Brustbein senkrecht nach unten - dies kurz und sehr fest (mindestens 5 cm). Drücken Sie etwas schneller, als der Sekundenzeiger einer Uhr läuft - mindestens 100 bis 120 Mal pro Minute. Eine effektive Herzdruckmassage rettet Leben.

Unterbrechen Sie die Herzdruckmassage auch dann nicht, wenn eine Rippe knackt. Die gebrochene Rippe ist nach einigen Wochen wieder verheilt, der Schaden der im Gehirn entsteht, wenn die Reanimation abgebrochen wird, heilt nie wieder. Wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis der Bewusstlose wieder Puls hat und selbständig atmet, oder bis der Notarzt kommt. Beatmung und Herzdruckmassage erfolgen dann im steten Wechsel: 30 x drücken, 2 x beatmen,

Generelle Regeln:

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Bleiben Sie möglichst bei dem Verletzten und versuchen Sie Hilfe zu organisieren.
  • Versuchen Sie den Verletzten bei Bewusstsein zu halten.
  • Versuchen Sie niemals, bewusstseinsgetrübten Personen Getränke zu verabreichen.
  • Rufen Sie die Notfallnummer 112.
  • Leisten Sie Erste Hilfe, bis der Rettungswagen eintrifft.
  • Teilen Sie dem Notarzt vor Ort mit, welche Substanzen konsumiert wurden.
  • Teilen Sie dem Notarzt mit, welche Symptome der Patient hat.

Erste Hilfe bei Schock

Symptome: schneller, schwacher Puls, fahle Blässe, kalter Schweiß, Unruhe, Orientierungslosigkeit, Übelkeit.

Maßnahmen:

  • Wählen Sie den Notruf 112.
  • Betroffenen ansprechen und anfassen.
  • Bei vorhandenem Bewusstsein Betroffenen hinlegen, Beine erhöht lagern, zudecken.
  • Aufregung und Unruhe unbedingt vermeiden (Betroffenen bei Bedarf abschirmen).
  • Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener normaler Atmung laut »Hilfe« rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.
  • Legen Sie den Verletzten in die stabile Seitenlage.
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen.
  • Bei Bewustlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung.

 

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Symptome: rasender Puls, hochroter, heißer Kopf, warme, fast heiße Haut und Übelkeit.

  • Betroffenen flach im Schatten mit erhöhtem Kopf lagern,
  • Kopf und Nacken kühlen (feuchte Umschläge, in ein Tuch eingeschlagene Sofort-Kältekompressen oder Eisbeutel),
  • Bei Bewusslosigkeit und vorhandener Atmung laut »Hilfe« rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.
  • stabile Seitenlage,
  • Notruf 112,
  • Bist zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen.
  • Bei Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung.

ACHTUNG: Flößen Sie bewusstseinsgetrübten Personen niemals Getränke ein. Gehen Sie auf einer Party am besten raus oder zumindest in eine ruhigere, kühlere Ecke. Rufen Sie den Notarzt und kontrollieren Sie die Atmung, den Puls und das Bewusstsein des Betroffenen.

Erste Hilfe bei Krampf-Anfällen

Symptome: Augen rollen nach oben, Muskeln werden steif, Arme und Beine zucken heftig (teilweise ist Schaum vor dem Mund, Urin und Kot können abgehen).

Legen Sie den Betroffenen hin und schützen ihn vor Verletzungen. Die krampfenden Gliedmaßen nicht festhalten. Räumen Sie Gegenstände und Möbel weg. Legen Sie dem Betroffenen Kissen oder Kleidung unter den Kopf und bleiben Sie bei ihm. Wenn sich der Anfall legt, bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage. Kontrollieren Sie Atmung und Puls.

Entgegen weit verbreiteter Meinung:

  • Halten Sie den Patienten während des Anfalls nicht fest, damit er sich oder andere Personen nicht verletzt.
  • Klemmen Sie keine Gegenstände zwischen die Zähne. Das erhöht eher die Verletzungsgefahr und kann starke Zahnschäden verursachen.

Nach einem Anfall braucht der Patient Ruhe und Entspannung, da dem Anfall ein starker körperlicher Erschöpfungszustand folgt (Nachschlaf). Ob er nach einem Krampfanfall zu Hause ausschlafen kann, sollte möglichst ein Arzt entscheiden. Eine Drogen-Dosis, die einen Krampfanfall auslöst, kann auch zu anderen lebensbedrohlichen Symptomen führen, die dann besser in einer Klinik behandelt werden.

Erste Hilfe bei Bad Trips

Ein Bad Trip ist ein drogenbedingter Rauschzustand mit starken Angstgefühlen.

Symptome: Betroffener ist orientierungslos, panisch, hat Angstzustände (Horrortrips).
Zuerst:

  • Geben Sie dem Betroffenen das Gefühl von Geborgenheit - am besten durch vertraute Personen. Wenn Ihnen der Betroffene vertraut ist, berühren Sie ihn sanft. Das fördert das Geborgenheitsgefühl.
  • Geben Sie ihm ein Zeitgefühl, indem Sie ab und zu sagen, wie viel Zeit vergangen ist.
  • Bleiben Sie bei dem Betroffenen. Beruhigen Sie ihn durch Reden, lenken Sie seine Gedanken in positive Bahnen. Sagen Sie immer wieder, dass es vorbeigeht.
  • Seien Sie bei fremden Personen vorsichtig, Sie könnten ihm auch Angst einflößen.
  • Geben Sie dem Betroffenen warmen Tee oder Wasser, aber keinen Kaffee oder Energydrinks. Diese können Wechselwirkungen mit den genommenen Drogen auslösen. Achten Sie darauf, dass der Betroffene nicht auskühlt.
  • Wenn der Betroffene zu schnell atmet (hyperventiliert), atmen Sie richtig vor und sagen Sie dem Patienten, dass er langsam und tief atmen soll.

    ACHTUNG: Der Betroffene kann in diesem Zustand nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Helfer zur ernsten Gefahr werden! Das gilt ganz besonders, wenn Helfer und Patient sich nicht kennen. Aber auch gute Freunde sind nicht sicher, weil ein Trip die Realität verzerrt. Auch wenn Sie das Gefühl haben die Situation bewältigen zu können, rufen Sie einen Arzt. Ein Notarzt ist ein ausgebildeter Mediziner, der bei sämtlichen Drogenvergiftungen die entsprechenden Gegenmaßnahmen einleiten und dem Betroffenen damit das Leben retten kann.

Hinweis!

Diese Anleitungen ersetzen den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses nicht. Ausführliche Erste-Hilfe-Kurse werden kostenlos vom Deutschen Roten Kreuz und anderen Organisationen angeboten.