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Was tun bei Drogenkonsum?

Gründe für Drogenkonsum

Die Pubertät ist eine aufregende Zeit, die viel verändert. Jugendliche entdecken ihre Persönlichkeit, sammeln erste sexuelle Erfahrungen und suchen nach Gleichgesinnten, die ihnen Halt geben. Besonders wichtig für Jugendliche ist es, zu einer Gruppe zu gehören.

In keiner anderen Lebensphase suchen Menschen derart den Nervenkitzel. In dieser Zeit werden auch legale oder illegale Drogen ausprobiert.

Es gibt für junge Menschen viele Gründe für einen Drogenkonsum. Die Kinderärzte im Netz nennen zum Beispiel:

  • um wie die anderen zu sein
  • um Probleme, Kummer und Konflikte zu vergessen
  • um sich zu entspannen
  • um Hemmungen, Komplexe, Selbstunsicherheiten zu kompensieren
  • bei fehlender Konfliktfähigkeit
  • um der Langeweile zu entkommen
  • um sich erwachsener zu fühlen
  • weil man von Gleichaltrigen und Gruppenzwang verführt wird
  • um zu experimentieren, auch aus Neugierde
  • aus Protest
  • um die Leistug zu steigern
  • bei Beziehungsstörungen

(Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de/altersgruppen/jugendliche/info-sucht/gruende-fuer-den-drogenkonsum)

 

Begriffe aus der Szene

Die meisten Eltern kennen die Wirkungen von Alkohol und Zigaretten. Sie haben aber nur vage Vorstellungen von »sniffing«, »party drugs«, »legal highs« oder »drug rape«.

  • Sniffing ist das Schnupfen der Droge durch die Nase.
  • Party drugs sind Drogen, die auf Partys genommen werden. Sie erzeugen einen Partyrausch und unterdrücken Ermüdungserscheinungen des Körpers.
  • Legal highs sind neue Produkte, die von der Drogengesetzgebung noch nicht erfasst sind. Deshalb werden sie als angeblich legale Ersatzstoffe angeboten.
  • Drug rape steht für eine Vergewaltigung nach der Verabreichung von Drogen, die das Opfer hilflos beziehungsweise willenlos machen.

Wann ist es eine Sucht?

Jeder Drogenkonsum hat seine Gründe und Ursachen. Um den Gebrauch von Substanzen kritisch zu hinterfragen, orientieren Sie sich an folgenden Fragen:

  • Wurde die Droge allein oder in Gesellschaft konsumiert?
  • Wird zu bestimmten Anlässen, Tageszeiten oder Situationen konsumiert?
  • Orientiert sich die Tagesstruktur, der Tagesablauf am Konsum der Droge?
So grenzen Sie Experimentieren und Probieren von Missbrauch und Abhängigkeit ab.

Das ändert nichts daran, dass jeder Drogenkonsum riskant ist. Der Konsum von legalen und illegalen Drogen im Jugendalter kann der Beginn für eine Abhängigkeit sein. Einige Jugendliche konsumieren weiter und greifen auf Drogen mit einem höheren Abhängigkeitspotenzial zurück. Es kommt zum Drogenmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit.

Wie wirkt sich physische und psychische Abhängigkeit aus?

Bei einer physischen Abhängigkeit baut der Körper die Substanz in den eigenen Stoffwechsel ein.

Bei einer psychischen Abhängigkeit wird der Konsum in das Gefühls- und Alltagsleben integriert. Er wird dort zu einem festen Bestandteil. Soziale Bindungen und Bezüge fallen weg oder werden an die Droge angepasst. Es ist schwerer, die psychische Abhängigkeit zu bewältigen als die physische Abhängigkeit.

Eine Abhängigkeitserkrankung wird nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation im Diagnoseklassifikationssystem ICD 10 GM unter dem Abschnitt Psychische Verhaltensstörung eingeordnet. Sie ist nicht heilbar. Aber täglich beweisen tausende, abstinent lebende Menschen, dass man trotz einer Abhängigkeitserkrankung ein selbstbestimmtes Leben führen kann.